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Gekritzel aus Bolivien Nr. 8 - 20.01.2010

Dieses woechentliche Rundschreiben wird von Axel Anlauf, Mitarbeiter bei Somos Sur von November 2010 bis Februar 2011 veroeffentlicht.

Wegen weiteren Preiserhohungen verlangen Busfahrer_innen hoehere Tarife

Seit Neujahr gibt es weiterhin noch keine Benzinpreiserhoehung, doch schleichende Anstiege bei vielen Produkten und Dienstleistungen gehen weiter. Diese werden einerseits durch Spekulation angesichts einer sich abzeichnenden Benzinpreiserhoehung bedingt (siehe auch Gekritzel Nr. 7), andererseits aber auch durch den ausbleibenden Regen  und eine spaetere bzw schlecht ausfallende Ernte.(siehe auch Gekritzel Nr.4)
So kuendigte die Regierung heute an 50.000 Tonnen Mais aus Brasilien zu importieren, um Versorgungsengpaesse und einen weiteren Preisanstieg bei Fleischprodukten, von Tieren die mit Mais gefuettert werden, zu verhindern.

bus1Die Tarife fuer die oeffentlichen Verkehrsmittel sind zwar noch eingefroren, jedoch verlangen die Gewerkschaften dieses Sektors nun auch eine hier eine Preiserhohung von 22% bis zu 42% (Fahrten innerhalb der Staedte kosten derzeit 1-2Bolivianos, was ca. 10-20€cent entspricht), angesichts der in fast allen anderen Bereichen gestiegenen  Kosten. Sollte sich die zustaendige Regierungsbehoerde nicht darauf einlassen kuendigten die (Mini)Busfahrer_innen etappenweise Streiks an.

Wie sich kurz vorm Jahreswechsel gezeigt hat koennen diese sehr effektiv sein, nicht zuletzt durch den starken Organsisationsgrad der Gewerkschaften. Bei meinem Besuch in La Paz erzaehlte mir so ein Minibusfahrer, dass er weniger aus Missmut gegen die Benzinpreiserhoehung (die er aber auch ablehnt) sondern mehr aus Druck der Gewerkschaft am Streik gegen die benzinpreiserhoehung (siehe Gekritzel 6) teilnahm.

Proteste fuer eine Zollstation gegen Schmuggelhandel?

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Neben unendlich vielen Schuhputzern und Armut, einer bizarren Kombination von Hochhaeusern und Felslandschaft sind mir in La Paz ausserdem gut 200 protestierende indigene Menschen begegnet. Als Bewohner_innen der Gemeinde Guaqui, welche an der von La Paz nach Peru fuehrenden Landstrasse liegt, verlangten sie die Bau einer Zollstation, um den Schmuggelhandel mit den billigen subventionierten Produkten wie Benzin und Diesel nach Peru zu verhindern. Die Zollstation soll zwar errichtet werden, aber in einer Nachbargemeinde, weshalb bei dem Protest wohl auch Nachbarschaftsstreitigkeiten und Prestigefragen eine Rolle spielen

In der Frage der (Benzin)preiserhohung unterstuetzt die Quetschua-Gemeinde “ihren Praesidenten in seinem Vorhaben” –zumindest in den Worten des Buergermeisters.

 

Neue Investitionenen von Petrobras dank geplanter Oelpreisliberalisierung?

Auch das transnationale Kohlenwasserstoffunternehmen Petrobras scheint nicht abgeneigt ueber die Regierungsplaene die Erdoelsubventionen “ueber kurzboder lang abzuschaffen” und so die Preise dem Weltmarkt anzugleichen. Immerhin bestaetigte das urspruenglich brasilianische Unternehmen gestern,dass es sich an der Erforschung neuer Oelquellen in Bolivien beteiligen will. Zwar verpflichten die bisherigen Vertraege Petrobras und die elf weiteren in Bolivien aktiven Erdoelunternehmen auch zur Erschliessung neuer Oelquellen, dennoch sind diese dem in den letzten Jahren nie nachgekommen und verlangten ueber die Kohlenwasserstoffkammer kuz vor Weihnachten ein neues Gesetz, das Investionen attraktiverter macht. (siehe Gekritzel Nr.7).

a08Da momentan nur ca. 6% der Erdoel/Erdgas-haltigen Flaeche in Bolivien genutzt wird, versuche ich mal mein Glueck im Garten von Somos Sur…

Bis zum nachsten mal

Axel Anlauf (Kontakt: Esta dirección de correo electrónico está siendo protegida contra los robots de spam. Necesita tener JavaScript habilitado para poder verlo.)

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Seit Neujahr gibt es weiterhin noch keine Benzinpreiserhoehung, doch schleichende Anstiege bei vielen Produkten und Dienstleistungen gehen weiter. Diese werden einerseits durch Spekulation angesichts einer sich abzeichnenden Benzinpreiserhoehung bedingt, andererseits aber auch durch den ausbleibenden Regen und eine spaetere bzw schlecht ausfallende Ernte.

So kuendigte die Regierung heute an 50.000 Tonnen Mais aus Brasilien zu importieren, um Versorgungsengpaesse und einen weiteren Preisanstieg bei Fleischprodukten von Tieren die mit Mais gefuettert werden zu verhindern.

Die Tarife fuer die oeffentlichen Verkehrsmittel sind zwar noch eingefroren, jedoch verlangen die Gewerkschaften dieses Sektors nun auch eine hier eine Preiserhohung von 22% bis zu 42% (Fahrten innerhalb der Staedte kosten derzeit 1-2Bolivianos, was ca. 10-20€cent entspricht), angesichts der in fast allen anderen Bereichen gestiegenen  Kosten. Sollte sich die zustaendige Regierungsbehoerde nicht darauf einlassen kuendigten die (Mini)Busfahrer_innen etappenweise Streiks an.

Wie sich kurz vorm Jahreswechsel gezeigt koennen diese sehr effektiv sein, nicht zuletzt durch den starken Organsisationsgrad der Gewerkschaft. Bei meinem Besuch in La Paz erzaehlte mir so ein Minibusfahrer, dass er weniger aus Missmut gegen die Benzinpreiserhoehung (die er aber auch ablehnt) sondern mehr aus Druck der Gewerkschaft am Streik teilnahm.

Neben unendlich vielen Schuhputzern, Armut, und einer bizarren Kombination von Hochhaeusern und Felslandschaft sind mir in La Paz ausserdem gut 200 protestierende Quetschua begegnet. Als Bewohner_innen der Gemeinde Guaqui, welche an der von La Paz nach Peru fuehrenden Landstrasse liegt, verlangten sie die Bau einer Zollstation, um den Schmuggelhandel mit den billigen subventionierten Produkten wie Benzin und Diesel nach Peru zu verhindern. Die Zollstation soll zwar errichtet warden, aber in einer Nachbargemeinde, weshalb es wohl mehr um Nachbarschaftststreitigkeiten und Prestige als um den das Problem des Schmuggelhandels geht.

In der Frage der (Benzin)preiserhohung unterstuetztdie Quetschua-Gemeinde “ihren Praesidenten in seinem Vorhaben” –zumindest in den Worten des Buergermeisters.

Auch das transnationale Kohlenwasserstoffunternehmen Petrobras scheint nicht abgeneigt ueber die Regierungsplaene die Erdoelsubventionen “ueber kurzoder lang abzuschaffen”. Immerhin bestaetigte das urspruenglich brasilianische Unternehmen gestern,dass es sich an der Erforschung neuer Oelquellen in Bolivien beteiligen will. Zwar verpflichten die bisherigen Vertraege Petrobras und die elf weiteren in Bolivien aktiven Unternehmen auch zur Erschliessung neuer Oelquellen, dennoch sind diese dem in den letzten Jahren nie nachgekommen und verlangten als Kohlenwasserstoffkammer kuz vor Weihnachten ein neues Gesetz, das Investionen attraktiverter macht. (siehe Rundschreiben 7)

Da momentan nur ca. 6% der fuer Erdoel/Erdgas haltigen Flaeche genutzt warden, versuche ich mal mein Glueck im Garten von Somos Sur…